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Magen Darm – Our Story

Disclaimer

Dieser Text über die Erfahrungen mit Magen Darm könnte für die/den LeserIn etwas zu ekelig sein, obwohl nichts detailliert beschrieben wurde. Manchmal reicht es für jemanden nur sich das nur ansatzweise vorzustellen. Aber mal ehrlich, wir haben jeden Tag mit ekligen Sachen zu tun, da müsste diese Story eigentlich kein Problem sein.

Magen Darm

Wir alle wissen, glaube ich, dass eine gepflegte Magen und Darm Infektion richtig kacke ist! Unsere Kids sind jetzt 3 und 1,5 Jahre alt. Und zu unserem Glück sind wir immer um einen Infekt herumgekommen. Bis jetzt! Dieses Jahr sollte es dann soweit sein…aber ich muss auch sagen, es hätte NOCH schlimmer kommen können.

Der Ort des Geschehens

Wir dachten erstmal gar nicht, dass es Magen Darm ist. Es fing an am Nikolaustag. Ich bekam den Anruf aus der Kita, während ich noch bei der Arbeit war, ne halbe Stunde vor Feierabend bei mir und in der Kita. Es hieß, die Kleine hätte sich übergeben, es sei aber alles entspannt, meine Frau sollte sich keinen Stress machen. Ich hab Katerina angerufen und ihr Bescheid gegeben. Sie ist angekommen, es war alles gut. Katerina hat Miss T. angezogen, es war immer noch alles gut. Auf dem Weg zur Tür war dann nicht mehr alles gut und sie ließ alles raus, was raus wollte. Schön alles über die Klamotten, das volle Programm eben. Aber danach war alles gut. Es kam nix mehr. Auch kein Durchfall. Sie war nur ein bisschen blass, aber sonst keine Auffälligkeiten. Sie wollte auch zuhause wieder alles in sich hineinstopfen. Wir haben gedacht, dass sich an dem Tag überfuttert hätte. Nikolausschoki am Morgen, und viel zum Mittag gehabt. Aber gut, es ging ihr auf jeden Fall besser und das war die Hauptsache.

Die Ruhe vor dem Sturm

Der nächste Tag war auch ruhig. Wir haben ein paar Sachen organisiert und am Nachmittag waren wir bei meiner Arbeit, weil ein kleines Weihnachtskonzert in der Senioren WG statt fand. Die Kinder waren super entspannt, zwei Stunden waren sie ruhig, konnten Plätzchen essen, und es waren die Enkelkinder einer Bewohnerin mit Spielzeug da, womit sie sich auch mit beschäftigen konnten. Außer der Ungeduld der Kinder beim Anziehen, war der Rest des Abends auch super. Die Kinder sind pünktlich ins Bett gekommen und ich konnte für 2, 3 Stunden auf Papa-Freizeit gehen. Im Nachhinein kann man von der Ruhe vor dem Sturm sprechen.

Es braut sich etwas zusammen

Es war gegen 23 Uhr als Miss L anfing zu weinen, was sehr ungewöhnlich ist. Wir ins Zimmer rein, und alles was wir sahen, war ein kleines Häufchen Elend im Bett sitzend, komplett voll gespuckt. Die komplette Bettwäsche musste in die Waschmaschine und die Große musste unter die Dusche. Auch bei ihr musste dass Vollwaschprogramm gestartet werden mit doppelter Haarpflege. Danach ging es ihr besser. Aber es kam ca. 3h später noch ein kleiner Schub, der sich aber mit nem Waschlappen säubern ließ. Auch bei ihr gab es glücklicherweise keinen Durchfall! Ihr denkt euch sicher…ach, das ist ja wirklich nicht der Rede wert. Das stimmt auch. Der richtige „shizzle“ kam dann ab halb 3.

Es fängt an zu grollen

Meine liebe hochschwangere Katerina, die wirklich kurz vor der Geburt steht, war dann die Nächste. Auch sie hatte Glück im Unglück, wenn man nach der Anzahl der Gänge zum Klo geht. Sie hat sich auch nur zweimal übergeben. Aber bei ihr war es darmtechnisch nicht so toll. Die Übelkeit hielt lange an, was natürlich auch extrem fies ist. Naja..und um halb 5 ging es bei mir weiter. Es fühlte sich an als hätte ich einen Felsbrocken im Magen mit dem heftigsten Sodbrennen meines Lebens. Ich wusste nicht was ich machen sollte. Sonst trinke ich immer ein Glas Wasser mit Natron, aber diesmal dachte ich beim Hin- und Herwälzen, dass das nichts bringen wird. So entschloss ich mich nach einer halben Stunde dann doch für den Gang zur Toilette. Um es nicht noch ekeliger zu machen, fass ich mich jetzt etwas kurz. Es war nicht schön. So heftig hat es mich glaub ich noch nicht zerlegt. Innerhalb von 24h Stunden hing ich mit meinem Kopf acht oder neun Mal über dem Klo und drauf gesessen habe ich auch des öfteren.

Der Sturm

Der darauffolgende Tag, der Sonntag, war richtig krass. Katerina lag im Bett, ich auf dem Sofa. Ich konnte mich kaum bewegen. Ich war froh, dass nur Miss T eine Windel braucht, welche aber beim besten Willen erst später am Morgen gewechselt werden konnte. Die Große hat richtig lange, bis kurz nach 8 Uhr geschlafen. Der Kleinen habe ich natürlich zuckerfreie Cerealien nach dem Aufwachen zum Snacken gegeben und mich dann auf das Sofa gelegt. In weiser Voraussicht habe ich die auf der Küchenarbeitsfläche liegen gelassen, anstatt sie wieder hochzustellen. Denn nachdem Miss L selbstständig aufgestanden ist und zum Pinkeln war, konnte sie sich den Stuhl ranschieben um die Dinger zu holen. Als ich dann noch sagte, sie kann ihrer Schwester etwas in die Schüssel tun und sie könnte aus der Tüte essen, war das natürlich für sie der Mega Hit!

Ich war so froh und erleichtert, dass sie erstmal beschäftigt mit Essen und hinterher mit Spielen und Bücher anschauen waren. Aber natürlich währt so etwas nicht auf Dauer. Ich hab meine Muddi vorher schon über die mehr als missliche Lage in Kenntnis gesetzt. Und spätestens ne halbe Stunde nach dem Anruf lief stimmungstechnisch alles richtig schnell den Bach runter und die ganze Situation eskalierte. Die Kinder sprangen mehr oder weniger auf mir rum oder die kleine T. ließ sich auch gerne auf mich fallen. Und auch toll, wie ich von der 3jährigen angeschrien wurde, dass ich nicht krank sei. Es war der reinste Horror. Mir war schon klar, dass die beiden dann einen extremen Hunger hatten. Doch selbst beim besten Willen, konnte ich es nicht. Ich konnte sie etwas vertrösten, aber das ging natürlich nicht lange gut. Und so rief ich dann Muddern nochmal an und fing an zu plärren an, dass sie die Kinder doch bitte JETZT sofort abholen müsste. Ich war dem Wahnsinn nahe. Wir wollten es eigentlich vermeiden, dass wir sie zu Oma und Opa schicken , da beide, wie es aussah, Überträger gewesen sind. Aber so ging es einfach nicht mehr weiter.

Die Rettung kommt

Fünfzehn Minuten später waren beide endlich da. Sie brachten uns den klassischen Magen Darm Snack und Drink: Salzstangen und Cola und noch ein paar andere Sachen. Diese Aufopferung der beiden, und der Gefahr der Ansteckung ins Auge blickend, haben sie trotzdem die Kinder abgeholt. Auch großartig, dass sie es beide geschafft haben, die Kinder in die Kindersitze anzuschnallen, was in der Vergangenheit für etwas Verwirrung gesorgt hat. Auf jeden Fall konnten wir uns für die großartige und mutige Aktion von den Großeltern nicht oft genug bedanken. Vor allem die himmlische Stille danach…unvergleichlich! Und wie dankbar ich war, dass wir seit nem guten Jahr wieder in der Nähe der Familie wohnen.

Was haben wir gelernt?

Die Familie in greifbarer Nähe zu haben, ist in solchen Situationen Gold wert! Ich hoffe für die Eltern unter uns, die keine Verwandten in der Nähe haben, dass sie gute Freunde haben, die dann genauso furchtlos auf die Kinder aufpassen können. Die Familien, die in so eine Situation kommen, aber keine Unterstützung bekommen können, sollten dann vorher, wenn möglich, die Vorräte aufstocken mit allen Kinder Snacks, die gerne gegessen werden. Ich sage euch: Das ist überlebenswichtig! Wortwörtlich gemeint! Man kann davon nicht genug haben, im Nachhinein gesehen. Ich möchte euch unbedingt ans Herz legen, dass ihr den Vorrat von schnellen Snacks aufstockt, am besten solche, die man in liegender Position vom Sofa aus zuwerfen kann. Zumindest so viel, dass ihr locker über den ersten Tag kommt.

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