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Schlaflos in Oldenburg

Am letzten Wochenende vor Weihnachten waren die Nächte nicht so super, so schlafenstechnisch gesehen für alle Anwesenden. Der Freitagabend war erst einmal ganz entspannt nach der Arbeit. Ich musste bei der Arbeit in den Spätdienst einspringen, was ich nur mache, wenn die Hütte richtig brennt und es keine andere Möglichkeit mehr gibt. War anders arbeitsreich und ich war ungewohnterweise erst gegen 22 Uhr Zuhause.

Für Katerina, als immer noch mega Hochschwangere war der Tag natürlich auch richtig hardcore anstrengend. Sie berichtete mir, dass die Zeit für sie in Slow Motion verstrich. Sie war so fertig, dass sie die meiste Zeit auf dem Sofa lag und innerlich und äußerlich geheult hat. Um einigermaßen wach zu bleiben, hat sie sich den Nachmittag über mit Schokolade und anderen Süßkram gedoped. Da die Kinder auch schon gut durch waren, Miss L sowieso, da sie keinen Mittagsschlaf mehr in der Kita macht, mussten sie früher ins Bett. 17:45 Uhr war es, als das Licht ausging. Miss T ist trotz der Müdigkeit, nicht in ihrem Bett eingepennt. So ist sie dann gegen halb 7 zu uns in Bett zum Kuscheln gekommen. So war die Situation immer noch, als ich nach Hause gekommen bin, Miss T. im Bett, aber zum Glück schlafend.

Kein Netflixen für Papa

Als ich eine Stunde Zuhause war, fing die Große an zu schreien, was sie normalerweise nicht macht. Den Plan, ne kleine Runde vor Netflix zu chillen, konnte ich gepflegt knicken. Naja..ich schätze das sowas halt mal passiert. Vor allen Dingen an solchen Tagen, wie diesen. Ich hab sie dann mit ins Wohnzimmer genommen um sie erstmal zu beruhigen. Nach den letzten Wochen des Auf und Ab mit Krank sein, äußerte sie an diesem Abend Ohrenschmerzen auf der einen Seite. Zum Glück schien es aber trotzdem nicht ganz so schlimm zu sein, da sie sich schnell runterbringen ließ. Außer den Ohrenschmerzen, war sie wie blöde am Husten. Die erste Maßnahme war logischerweise Wasser.

Sie saß vor mir, die Sofadecke um ihren Rücken herum, im Schneidersitz. Sie sah dabei einfach so extrem niedlich, verschlafen und verpeilt aus, dass es mir ganz warm ums Herz wurde. Da die Sache mit dem Wasser nicht viel gebracht hat, kam mir die Idee mit Honig. Daraufhin hab ich sie gefragt, ob sie vielleicht etwas Honig lutschen möchte. Oh man…von der „Szene“ hätte ich gerne ein Foto oder noch besser ein Video gehabt. Auf diese Frage hat sie große Kulleraugen bekommen und sah gleichzeitig so aus, als wäre sie vom Blitz getroffen. Es war gefühlt eine halbe Ewigkeit bis ihre langsame kopfschüttelnde Reaktion kam. Sie hat wohl ihren Ohren nicht so ganz getraut, dass ich ihr nen Löffel mit Honig anbot. Also fragte ich sie noch ein zweites Mal, bei dem die Reaktion schneller kam, aber diesmal mit einem sachten und bedachtem Kopfnicken. Echt zum Brüllen! Wie sich dann die Lippen geleckt hat…einfach zu niedlich für diese Welt!

Chillen mit Papa

Für ihre anhaltenden Ohrenschmerzen habe ich ihr Ibuflam gegeben, worauf sie überhaupt kein Bock hatte, da sie das die letzten Male bei hohem Fieber bekommen hat und sie in diesen Situationen nie Bock darauf hatte. Durch gutes Zureden hat sie ihre Dosis dann doch wegschnabuliert und fand es dann im Nachhinein auch ganz lecker.

weihnachtsbaum

Trotz Honig und Wasser war sie immer noch am Husten. So habe ich sie dann eingepackt in unsere Chilldecke und hab sie ans Wohnzimmerfenster getragen um ein bisschen frische Luft zu schnuppern. Wie sie sich darüber gefreut hat, sah ich an all ihren nonverbalen Zeichen. Sie durfte ihren Kopf richtig aus dem Fenster rausstrecken, was sie sonst nicht macht. Sie legte ihr kleines Köpfchen auf meinen Arm und genoss die frische Luft, bis sie mir dann zu verstehen gegeben hat, dass sie fertig sei und wir uns dann auf die Couch gechillt haben. Die Beleuchtung vom Weihnachtsbaum war noch an. Ich musste irgendwie an früher denken, wie ich zur Weihnachtszeit in der Nacht auch eine Lichterkette bei mir im Zimmer an hatte. War immer mega gemütlich damals, sowie heute.

Der Special Moment

Und dann kam der Special Moment, wie ich ihn vorher noch nicht erlebt habe in drei Jahren. Wir lagen uns gegenüber und haben uns wortlos angeschaut. Sie sah natürlich sehr müde aus, aber war doch wach genug um mich anzuschauen bzw. mich förmlich zu beobachten, aber auch irgendwie gleichzeitig eine Art Dankbarkeit zu sehen, wie: Danke Papa, dass du bei mir bist. Sie hat meine Hand dabei gehalten. Es ist wirklich nicht leicht, dass in Worte zu fassen. Es war einfach so schön, dass es mich gerade wieder beim Schreiben tief berührt. Das Gegenseitige Beobachten hat gefühlt eine Ewigkeit gedauert. Dabei sang ich unteranderem eins ihrer Lieblingsschlaflieder „Die Blümelein, sie schlafen“, aber sie hat es nicht so ganz geschafft wieder einzuschlafen. Ihr fielen die Augen immer wieder halb zu, aber vielleicht hat der Honig sie doch etwas gepusht oder es war vielleicht doch die Weihnachtsbaumbeleuchtung, die zu hell für sie war. Aber so lang sie ruhig und entspannt war, ist ja alles gut gewesen.

Gerne hätte ich mit ihr weiter gechillt und bis zum Morgen auf dem Sofa gepennt. Es war einfach so eine schöne gemütliche Atmosphäre. Doch leider blieb mir das verwehrt. Die Kleine fing an zu brüllen. So wurden die Kinder getauscht und die Nacht für mich verlief richtig ätzend. Vom Herumgehampel auf der Couch und auf mir Herumgeturne bis Schlafen auf dem Kinderzimmerfußboden (Spielteppich, war schon noch dazwischen) war alles dabei. Ging kaum unentspannter und unerholsamer. Das jetzt mal auf den Punkt gebracht.

Das Leben ist kein Ponyhof

Aber hey…solche Nächte gibt es eben, wenn man Papa ist. Das Leben ist eben kein Ponyhof. Ist ja auch nicht weiter schlimm. Denn sonst würde man solche schönen und unvergessliche Momente, wie ich sie mit der Großen erleben durfte, nicht so wertschätzen! Auch wenn es manchmal richtig kacke ist in der Nacht, irgendetwas Positives kann man immer rausziehen, selbst wenn es vielleicht einem nicht immer sofort klar vor Augen ist.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Katerina

    Du bist ein großartiger Papa und ich bin so dankbar, dass unsere Töchter dich haben.

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