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Windelfrei mit eineinhalb Jahren – so geht’s

Kinder werden so oder so groß, egal wie lange sie Windeln tragen. Aber toll ist es natürlich, wenn sie doch etwas schneller windelfrei sind und nur noch im Schlüpper herumlaufen.

Katerina hat sich in der ersten Schwangerschaft viel erkundigt. Tante Google war eine ihrer besten Freundinnen. 😉 So hat sie auch viel über die Stoffwindeln erfahren, die bei der schnelleren Abgewöhnung von Windeln hilfreich sein können.

Abhalten ist das Nonplusultra

Außer den Stoffwindeln ist das Abhalten der Kids so ziemlich das Nonplusultra bei der ganzen Geschichte. Am besten macht man das wirklich von Anfang an. Wenn die Babys älter geworden sind, haben sie kein Bock drauf und dann kann es anstrengend sein. Also je früher, desto besser ist es.

Unsere Hebamme aus dem Geburtshaus in Hannover hat uns ein paar Tage nach der Geburt gezeigt, wie man ein Baby abhält und meinte, wenn man es sowieso wickelt, dann kann man es auch eben abhalten. Denn gerade am Anfang, wird durch die Haltung der Stuhlvorgang angeregt. Es ist wirklich beeindruckend, wie viel Milchpoop in so einem kleinen Körper steckt. Anfangs haben wir unser kleines Babe über das Waschbecken abgehalten, was absolut kein Ding ist. Der Stuhlgang ist wasserlöslich, sieht nach Curry aus und riecht etwas säuerlich. Es kann ohne Probleme weggespült werden.

Töpfchen zum Windelfrei werden
Das kleine Töpfchen, wenn sie noch klein sind, das Große, wenn sie groß sind. 😉 Auch wichtig, dass es ein zweiteiliger Pott ist. Einfacher zum Leeren und Säubern

Mit der Zeit wurde es uns aber zu anstrengend und stressig vom Schlafzimmer zum Badezimmer zu laufen, auch wenn es wirklich nur 4-5 Schritte waren. Aber selbst auf dieser kurzen Strecke kann es sehr schnell passieren, dass etwas auf dem Boden landet. Deswegen haben wir uns ein Töpfchen zugelegt, welches wir neben dem Wickeltisch allzeit griffbereit hatten.

Einige werden von euch eventuell denken, dass das Abhalten unnötiger Arbeitsaufwand ist, den man sich schenken kann. Ich kann diese Gedanken total gut nachvollziehen, kann aber aus Erfahrung sagen, dass es schon Spaß macht. Es überkommt einem eine Art Glücksgefühl, wenn das kleine Menschlein mit eurer Hilfe sein Geschäft wahrhaftig ins Töpfchen oder ins Waschbecken ballert. Es ist wirklich abgefahren, wie viel Druck hinter der Puperze steckt.

Beim Stillen wird die Verdauung angeregt. Ihr könnt eigentlich fast immer davon ausgehen, dass sie im Anschluss abführen oder pinkeln müssen.

Beim ersten Baby war zugegebenermaßen die Motivation (von Zeit mit nem zweiten Baby brauchen wir gar nicht reden) noch eine ganz andere, trotzdem haben wir bei der Zweiten unser Bestes gegeben.

In den Nächten, als sie mit dem Stillen fertig war, bin ich sowieso komplett wach gewesen und hab Miss L gewickelt und vorher abgehalten. Mir reichte auch nur der rötliche Schein der Wärmelampe. Tagsüber haben wir uns meistens mit dem Abhalten abgewechselt. War schon Arbeit, aber es hat wirklich Spaß gemacht. Außerdem kann so etwas noch andere Level erreichen. Ich denke wir haben da ein gutes Mittelmaß gefunden.

Wenn das Geschäft etwas länger dauerte, half auch wunderbar eine Bauchmassage während des Abhaltens mit 1-2 Fingern. Meistens kam die Ladung schnell hinterher.

Null-Bock-Momente gibt es bei uns auch

Irgendwann entwickelt man auch ein Gefühl dafür, ob was kommt oder nicht. Was auch völlig normal ist, dass es Null-Bock- Momente gibt, in denen man sich nichts Nervigeres vorstellen kann, als sein Kind über den Pot zu halten. Dann wird es halt doch nur gewickelt. Die frische Windel liegt dann grad unter dem Po, die Beine werden hochgehalten, und dann passiert es. Der ganze Brei schießt aus dem Po, ein Teil natürlich in der Windel und, wenn man richtig viel Glück hat, klebt ein Teil an einem selber! Auf so etwas kann man sich auch schon mal einstellen.

Und es kann natürlich auch trotzdem vorkommen, dass etwas in der Windel landet, auch wenn das Baby eben erfolgreich ne ordentliche Ladung ins Töpfchen abgeladen hat. Durch das Halten der Beine gibt es einen Druck auf den Unterbauch, welcher dann den Anstoß zum Abführen gibt.

Das Abhalten spart auf jeden Fall hier und da eine Windel. Vor allem, wenn man Wegwerfwindeln nutzt. Oder hättet ihr selber Bock auf ne Bremsspur in der Unterhose? Ich kann es mir nicht vorstellen. Es sind wirklich nur ein paar extra Sekunden Arbeit, wenn man eh beim Wickeln beschäftigt ist, aber euer Kind gewöhnt sich an das Töpfchen und ihr euch auch, dass es denn zu einem fließenden Übergang zum Trockenwerden wird, ohne zusätzliche Mühe.

Frei nach dem Motto: Je früher desto besser.

Je öfter man abhält, um so schneller gewöhnen sich die Kleinen an das Töpfchen. Die meisten unserer Freunde haben erst viel später angefangen, das Töpfchen zu nutzen. Mit einem Jahr war noch ziemlich früh. Die meisten haben später angefangen. Das ist dann natürlich um einiges schwieriger, den Kindern das beizupulen, dass sie jetzt ihr Pipi und A-A auf dem Pott machen sollen.

Leider muss ich auch sagen, dass es eine Phase des Verweigerns geben wird, auch wenn man noch so früh angefangen hat, die Kinder abzuhalten. Und das ist verdammt frustrierend. Arrgh!

Wenn die Kids mobiler werden, und die Welt entdecken wollen, also alles andere machen möchten, außer ruhig sitzen zu bleiben, wird es manchmal zum Kraftakt. Beide haben diese Phase durchgemacht. Zuletzt Miss T. Sie hat ihre ganze Kraft aufgebracht, und versucht sich aus meinem Griff zu winden. Einfach total ätzend wenn man weiß, dass ihr kleiner Babyenddarm offensichtlich voll bis oben hin ist. Manchmal ließ sie sich durch Spielzeug ablenken.

Aber ich kann euch beruhigen, dass diese Zeit der Verweigerung auch vorbeigeht. Jetzt sitzt sie entspannter auf dem Töpfchen und lässt sich dabei etwas vorlesen. Es gibt ein Buch, welches eine abführende Wirkung meistens hat. Ich finde diese frühe Verknüpfung von Lesen und A-A machen gar nicht so schlimm. Das Kind hat eine Einheit mehr Vorlesen im Tag, was nur zugute kommt, und seien wir mal ehrlich – wer scrollt nicht durch seine Nachrichten in einem ruhigen Moment auf dem Klo?

„Wann hatte sie die letzte volle Windel?“ – „Keine Ahnung!“

Es ist einfach total genial, wenn man sich nicht mehr richtig erinnern kann, wann das Kind zum letzten Mal ein Ei in die Windel gelegt hat. Es ist definitiv empfehlenswert – vor allem wenn die Kinder feste Nahrung bekommen – die Kinder mehr oder weniger direkt nach den Mahlzeiten auf den Topf zu setzen.

Von einem klassischen Toilettentraining kann ich eigentlich nichts sagen. Im Prinzip war das Toilettentraining von Anfang an. Es braucht natürlich etwas Zeit. Aber der Übergang zur Windelfreiheit war fließend.

Wenn sich die Gelegenheit ergeben hat, haben wir beim Spielen Zuhause eine Windelfreizeit eingelegt und das Töpfchen bereit gehabt. Das haben wir, fällt mir gerade wieder ein, auch schon sehr früh gemacht, einfach um Luft an den Poppes zu lassen. Wenn wir mal wieder das Gefühl hatten, haben wir sie abgehalten. Hat auch ganz gut geklappt. So spart man Geld oder Windelwäsche.

Als unsere Miss L größer war, hat sie sich dann während des Spielens, selbst auf das Töpfchen gesetzt. Manchmal ging es auch daneben. Aber das Bewusstsein für den Topf war auf jeden Fall da und das ist schon sehr viel Wert. Hier geht man auch nach der Devise: Übung macht die Meisterin.

Windelfreie Zeit

Ziemlich schnell haben wir die Windeln tagsüber weggelassen. Irgendwann muss man das ja machen, mit dem Gedanken, dass hier und da mal ein Unfall passiert. So erging es allen von uns. Eine spannende Sache ist es allemal!

Reisetöpfchen Potette Plus  unterstützt beim Windelfrei werden
Das rückenschonende Töpfchen für unterwegs

Wir haben ihr immer gesagt, dass sie sich melden soll, wenn sie muss. Oft gab es falschen Alarm. Auch das kann sehr anstrengend und nervig sein. Vor allen Dingen, wenn man sie mit gebeugtem Rücken an nem Baum oder Busch abhält. Wenn das alle 10m passiert, ist das nicht mehr so ganz spaßig.

Da uns das auf Dauer zu anstrengend wurde, hat sich Katerina auf Recherche begeben, weil sie wissen wollte, wie das andere Eltern machen. Irgendetwas musste es ja geben, was den Rücken schont. Kinder werden normalerweise nicht leichter. Und dann hat sie die Lösung unseres Rückenproblems gefunden. Ein Reisetöpfchen! Eine total geniale Erfindung und super-hilfreich obendrein. Würden wir jederzeit wieder kaufen. Das Tolle an dem Teil ist, dass es auch als Sitzverkleinerer für die Toilette benutzt werden kann. Das ist super für den Fall, falls euer Nachwuchs es gruselig findet, sich auf fremde Toiletten zu setzen oder viel mehr nicht reinzufallen, weil die Kraft nachlässt. Außerdem lässt es sich sehr leicht und handlich zusammenklappen und unter dem Kinderwagen verstauen. Egal wo ihr euch befindet, ihr seid allzeit bereit mit Leichtigkeit, das Töpfchen rauszuholen, aufzuklappen und euer Kind drauf zu setzen, Wirklich, das Ding ist total bombe!

Wenn’s brenzlig wird, ist das Reisetöpfchen schnell zur Hand

Wir waren des öfteren auf nem großen Spielplatz in der Eilenriede in Hannover, an dem auch eine kleine Snackbar ist und unter anderem öffentlich Toiletten. Aber was tun, wenn da ne riesige Schlange vor steht und euer Kind stuhlen muss. Tja…da ist guter Rat teuer. Es geht natürlich mit Abhalten. Aber auf Dauer ist das super anstrengend, denn ein großes Geschäft kann ja auch gerne mal etwas länger dauern, kennt man ja von sich selber auch. Dann kommt so ein Reisetöpfchen gerade recht. Ich hab das Töpfchen etwas weiter am Rand aufgestellt, aber trotzdem schon sehr nahe am Geschehen und unser Fräulein L. hat gepflegt einen epischen Haufen in den Pott gesetzt. Sie hat sich entspannt Zeit gelassen und schaute den anderen Kindern beim Spielen zu. Saugut einfach nur!

Andere Situationen waren im Bus oder Bahn. Wir kannten da nix. Uns war und ist es egal, was die anderen Leute vielleicht gedacht haben. Watt raus muss, muss raus. Und in der ersten Zeit der Windelfreiheit muss man schnell sein.

In der DB Regio Bahn gibt es zwar Toiletten. Aber unsere Große hatte erstmal Schiss vor den engen und lauten Kabinen. Sie hat schon die Krise bekommen, wenn ich mit ihr in den nächsten Wagen musste. Es war ein Krampf. Sie wollte partout nicht mehr zur Toilette als wir im WC standen. Ich hätte mich auf den Kopf stellen können, war nix zu machen.

Es wird immer Situationen geben, in der so ein Töpfchen hilfreich sein kann. Ich wollte es nicht mehr missen. Wem es egal ist, was andere Leute denken oder möglicherweise sagen, kann ich so ein Teil nur wärmstens empfehlen. Ne trockene Hose und das Wohlbefinden von meinen Kindern ist mir wichtiger, als ein beknackter Spruch von einem unserer Mitmenschen.

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